Website-Texte, die verkaufen: 5 Fehler, die KMU immer wieder machen

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Ihre Website sieht gut aus - aber niemand ruft an

Sie haben in eine professionelle Website investiert. Das Design ist modern, die Fotos sind schick, die Technik läuft. Trotzdem kommen kaum Anfragen. Das Problem liegt fast nie an der Technik oder am Design. Es liegt an den Texten.

Website-Texte sind der am meisten unterschätzte Faktor im Online-Marketing. Sie entscheiden darüber, ob ein Besucher zum Kunden wird oder nach 10 Sekunden wieder verschwindet. Und die meisten KMU machen bei ihren Texten dieselben fünf Fehler.

Fehler 1: Sie schreiben über sich statt über den Kunden

Das ist der häufigste und schwerwiegendste Fehler. Die meisten Unternehmenswebsites lesen sich wie ein Lebenslauf: “Wir wurden 2005 gegründet. Wir haben 15 Mitarbeiter. Wir stehen für Qualität, Innovation und Kundennähe.”

Klingt vertraut? Das Problem: Ihre Besucher interessieren sich nicht für Sie. Jedenfalls nicht am Anfang. Sie interessieren sich für sich selbst. Sie haben ein Problem und suchen eine Lösung.

Vorher (Über sich):

“Seit 2010 sind wir Ihr zuverlässiger Partner für kreative Marketinglösungen. Unser erfahrenes Team verbindet strategisches Denken mit innovativer Umsetzung. Wir legen Wert auf höchste Qualität und persönliche Betreuung.”

Nachher (Über den Kunden):

“Ihre Website bringt keine Anfragen? Ihre Mitbewerber sind bei Google vor Ihnen? Dann fehlt Ihnen kein schöneres Design - sondern eine Strategie, die funktioniert. Gemeinsam finden wir heraus, welche Maßnahmen Ihnen tatsächlich mehr Kunden bringen.”

Quick-Fix:

Gehen Sie jeden Absatz auf Ihrer Website durch. Zählen Sie die Wörter “wir”, “unser” und “uns” und vergleichen Sie mit “Sie”, “Ihr” und “Ihnen”. Wenn “wir” überwiegt, schreiben Sie um. Faustregel: Auf jedes “Wir” sollten mindestens zwei “Sie” kommen.

Fehler 2: Keine klare Handlungsaufforderung

Ein Besucher liest Ihre Seite, findet Sie interessant - und dann? Nichts. Kein Button, kein Angebot, keine klare nächste Aktion. Die Seite endet einfach. Also geht der Besucher weiter.

Jede einzelne Seite Ihrer Website muss eine klare Handlungsaufforderung haben. Nicht versteckt im Footer, sondern sichtbar und eindeutig.

Vorher (Keine Handlungsaufforderung):

“Wir bieten Ihnen umfassende Beratung in den Bereichen Marketing, SEO und Webentwicklung. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.”

Nachher (Klare Handlungsaufforderung):

“Sie wollen wissen, welche Marketingmaßnahmen sich für Ihr Unternehmen lohnen? In einem kostenlosen 30-Minuten-Gespräch analysiere ich Ihre aktuelle Situation und gebe Ihnen drei konkrete Empfehlungen. Jetzt Termin vereinbaren.”

Quick-Fix:

Prüfen Sie jede Seite Ihrer Website auf diese Frage: Was soll der Besucher als Nächstes tun? Wenn die Antwort nicht offensichtlich ist, fügen Sie einen klaren Call-to-Action hinzu. Nutzen Sie konkrete Formulierungen:

SchwachStark
”Kontaktieren Sie uns""Kostenloses Erstgespräch vereinbaren"
"Mehr erfahren""Preise und Pakete ansehen"
"Bei Fragen stehen wir zur Verfügung""Jetzt anrufen: 07428 123456"
"Schreiben Sie uns""Ihr individuelles Angebot in 24 Stunden”

Die Regel: Je konkreter die Handlungsaufforderung, desto häufiger wird sie befolgt. “Kontaktieren Sie uns” ist eine Einladung. “Kostenloses 30-Minuten-Gespräch buchen” ist ein Angebot.

Fehler 3: Buzzword-Bingo statt klarer Sprache

“Ganzheitliche Lösungen”. “Innovativer Ansatz”. “Synergieeffekte nutzen”. “Nachhaltige Wertschöpfung”. “Maßgeschneiderte Konzepte”.

Sie haben gerade innerlich genickt, weil mindestens einer dieser Begriffe auf Ihrer Website steht? Dann haben Sie ein Problem. Diese Wörter sagen nichts aus. Sie klingen professionell, aber sie transportieren keine Information. Ihre Besucher lesen darüber hinweg wie über Hintergrundmusik im Aufzug.

Vorher (Buzzwords):

“Wir entwickeln ganzheitliche, maßgeschneiderte Marketingstrategien, die innovative Lösungsansätze mit nachhaltiger Wertschöpfung verbinden. Durch synergetische Vernetzung unserer Kernkompetenzen schaffen wir messbare Mehrwerte für Ihr Unternehmen.”

Nachher (Klar):

“Wir schauen uns an, woher Ihre Kunden kommen, was Ihre Website leistet und wo Geld liegenbleibt. Dann machen wir einen Plan: Was machen wir zuerst, was bringt am meisten, was kostet es. Kein Berater-Deutsch, sondern Klartext.”

Quick-Fix:

Machen Sie den Oma-Test. Lesen Sie Ihren Text einer Person vor, die nichts mit Ihrer Branche zu tun hat. Wenn sie nicht versteht, was Sie anbieten, ist der Text zu kompliziert. Konkret: Ersetzen Sie jedes Buzzword durch das, was Sie wirklich meinen.

Übersetzungshilfe:

BuzzwordWas Sie eigentlich meinen
Ganzheitliche LösungWir kümmern uns um alles
Innovativer AnsatzWir nutzen neue Methoden/Tools
MaßgeschneidertWir passen es an Ihre Situation an
Nachhaltige WertschöpfungEs bringt langfristig mehr Umsatz
SynergieeffekteDie Einzelteile zusammen wirken besser
Mehrwert schaffenIhnen Geld sparen oder Geld einbringen

Fehler 4: Zu viel oder zu wenig Text

Beide Extreme sind schädlich. Zu wenig Text bedeutet: Google hat nichts zu indexieren, und Besucher haben keinen Grund zu bleiben. Zu viel Text bedeutet: Niemand liest es, und die wichtigen Informationen gehen unter.

Zu wenig Text:

Manche Unternehmensseiten bestehen aus drei Sätzen und einem Kontaktformular. “Wir sind Muster GmbH. Wir machen Marketing. Kontaktieren Sie uns.” Das ist keine Website, das ist ein Post-it.

Das Problem: Google braucht mindestens 300 Wörter pro Seite, um den Inhalt sinnvoll einordnen zu können. Und Besucher brauchen genug Information, um eine Entscheidung zu treffen.

Zu viel Text:

Andere Seiten lesen sich wie Doktorarbeiten. Endlose Textblöcke ohne Zwischenüberschriften, ohne Aufzählungen, ohne visuelle Pausen. Der Besucher sieht eine Textwand und klickt weg.

Das Problem: Die durchschnittliche Verweildauer auf einer Unternehmenswebsite beträgt 54 Sekunden. In dieser Zeit liest niemand 3.000 Wörter.

Quick-Fix:

Die richtige Textlänge nach Seitentyp:

SeitentypEmpfohlene WortanzahlStruktur
Startseite500-800 WörterKurze Abschnitte, viel Weißraum
Leistungsseite600-1.200 WörterProblem-Lösung-Struktur
Über-uns-Seite400-800 WörterPersönlich, mit Fotos
Blogartikel1.000-2.000 WörterÜberschriften alle 200-300 Wörter
Kontaktseite100-200 WörterNur das Nötigste + Formular

Und immer: Zwischenüberschriften alle 200-300 Wörter. Aufzählungen statt Fließtext. Kurze Absätze (3-4 Sätze maximal). Fettgedruckte Kernaussagen für Scanner.

Fehler 5: Fehlende Vertrauenssignale

Menschen kaufen von Menschen, denen sie vertrauen. Und Vertrauen auf einer Website aufzubauen ist schwer, weil der persönliche Kontakt fehlt. Deshalb brauchen Sie Vertrauenssignale - und die fehlen auf den meisten KMU-Websites.

Was Vertrauenssignale sind:

  • Kundenstimmen: Echte Zitate von echten Kunden, am besten mit Namen und Unternehmen
  • Zahlen und Ergebnisse: “127 abgeschlossene Projekte”, “seit 2010 am Markt”, “4,8 Sterne bei Google”
  • Logos und Referenzen: Logos von Kunden oder Partnern (mit deren Erlaubnis)
  • Zertifikate und Auszeichnungen: Branchenrelevante Qualifikationen
  • Fotos von echten Menschen: Ihr Gesicht, Ihr Team, Ihr Büro
  • Transparente Preise: Zumindest eine Preisorientierung (“Projekte ab 2.500 EUR”)

Vorher (Keine Vertrauenssignale):

“Wir bieten professionelle Webentwicklung für kleine Unternehmen. Qualität und Zuverlässigkeit stehen bei uns an erster Stelle.”

Nachher (Mit Vertrauenssignalen):

“Seit 2010 baue ich Websites für kleine Unternehmen - über 80 Projekte, von der Einzelunternehmerin bis zum 50-Personen-Betrieb. Was meine Kunden sagen: ‘Endlich kommen Anfragen über die Website.’ (Maria S., Physiotherapie in Tübingen)“

Quick-Fix:

Die Vertrauens-Checkliste für Ihre Website:

  • Mindestens 3 Kundenstimmen auf der Startseite
  • Foto von sich oder dem Team auf der Über-uns-Seite (kein Stockfoto)
  • Google-Bewertung sichtbar eingebunden
  • Mindestens eine konkrete Zahl (“X Projekte”, “seit X Jahren”, “X zufriedene Kunden”)
  • Referenzen oder Kundenlogos (wenn vorhanden)
  • Klare Kontaktdaten (Adresse, Telefonnummer, E-Mail) sichtbar
  • Impressum und Datenschutz vollständig (rechtlich nötig und vertrauensbildend)

Der Vorher-Nachher-Test

Nehmen Sie Ihre Startseite und beantworten Sie diese fünf Fragen. Für jedes “Nein” wissen Sie, wo Sie ansetzen müssen:

  1. Versteht ein Besucher in 5 Sekunden, was Sie anbieten und für wen?
  2. Steht der Kundennutzen im Vordergrund (nicht Ihre Firmengeschichte)?
  3. Gibt es auf der Seite eine klare, konkrete Handlungsaufforderung?
  4. Ist die Sprache frei von Buzzwords und Floskeln?
  5. Gibt es mindestens ein Vertrauenssignal (Kundenstimme, Zahl, Referenz)?

Wenn Sie bei allen fünf Fragen mit “Ja” antworten können, sind Ihre Texte besser als 80 Prozent aller KMU-Websites. Das ist kein Scherz - die Messlatte ist erschreckend niedrig.

Fazit: Gute Texte sind kein Hexenwerk

Die fünf Fehler zusammengefasst und was Sie dagegen tun können:

FehlerQuick-FixZeitaufwand
Über sich statt über den Kunden schreiben”Wir/Uns” durch “Sie/Ihr” ersetzen1-2 Stunden
Keine klare HandlungsaufforderungKonkreten CTA auf jeder Seite einbauen30 Minuten
Buzzword-BingoOma-Test machen, Klartext schreiben1-2 Stunden
Zu viel oder zu wenig TextTextlänge pro Seitentyp anpassen2-3 Stunden
Fehlende Vertrauenssignale3 Kundenstimmen und Zahlen ergänzen1 Stunde

Gesamtaufwand: Ein halber Tag. Das ist weniger als die meisten KMU für ihr Logo ausgeben - und hat eine deutlich größere Wirkung auf Ihren Umsatz.

Der wichtigste Tipp zum Schluss: Schreiben Sie Ihre Texte nicht für sich. Schreiben Sie sie für die Person, die gerade ein Problem hat und bei Google nach einer Lösung sucht. Wenn Ihre Website diese Lösung klar und überzeugend präsentiert, rufen die Leute an. Versprochen.

Malte Witt
Malte Witt Inhaber & Berater, MAMOWI

15+ Jahre an der Schnittstelle von Marketing, Vertrieb und Technologie. Ich helfe KMU, die richtige Herangehensweise zu finden - pragmatisch, ehrlich und auf Augenhöhe.

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